Mit diesen 3 Grundlagen verstehst Du den Klimawandel

Klimawandel – Wie kann man sich über etwas streiten, was so offensichtlich und einfach ist?

Das denke ich zumindest heute. Ich hatte viele Diskussionen über den Klimawandel mit meinen Eltern und auf Facebook. Immer wieder kam ich ins Rudern. Zugegebenermaßen musste ich den Begriff Treibhauseffekt bis heute geschätzte 20-mal googeln, bis ich ihn wirklich nicht mehr vergessen konnte. Umso mehr ärgere ich mich nach den Recherchen, wie absurd die Diskussion über den Klimawandel ist.

Eigentlich kein Wunder, dass den Klimawandel niemand versteht – den Kohlenstoffkreislauf und den Treibhauseffekt lernt man wahrscheinlich in Klasse 7. Danach wird er als Basiswissen angenommen und vergessen. Fast niemand von meinen Freunden weiß, was diese beiden Begriffe eigentlich genau bedeuten und wie wir sie mit unserem eigenen Handeln beeinflussen. Seht diesen Text als Hilfestellung für euch und als Kondensat meiner vielen Googlesuchen und Vorlesungen.

Damit ihr im Dschungel von falschem, überkomplexem und emotionalisiertem Wissen nicht den Überblick zu verliert, ist es wichtig 3 einfache Grundlagen zu verstehen: Treibhauseffekt, Ökosystemdienstleistungen und Kohlenstoffkreislauf.

1. Vom Treibhaus zur Sauna

Zuallererst: Der Treibhauseffekt ist generell nichts schlechtes – ohne ihn wäre es ziemlich kalt. Wir haben es wahrscheinlich schon mal gehört. Die Sonne erwärmt durch ihre Energie in Form von Licht den Inhalt des Treibhauses. Die Energie wird also in Wärme umgewandelt. Durch die Isolierung des Treibhauses gelangt nicht die ganze Wärmeenergie nach draußen, so bleibt es drinnen wärmer. Auf unserer Erde funktioniert das ähnlich. Die Sonne erhitzt die Erdoberfläche, die Erde wird durch ihre Atmosphäre isoliert und bleibt warm.

Jetzt stellen wir uns vor, dass wir das Treibhaus immer mehr isolieren, zum Beispiel mit modernen Fenstern. Irgendwann müssen wir andere Arten anpflanzen, weil die alten Pflanzen der Hitze nicht mehr stand halten können.

Dadurch dass wir immer mehr Treibhausgase (z.B. Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas etc.) in die Atmosphäre befördern, isolieren wir unsere Erde immer besser. Technisch gesehen nimmt jedes Treibhausgasmolekül Wärmestrahlung auf und strahlt sie in alle Richtungen, also auch in Richtung Erde, zurück. Dadurch wird ein immer größerer Teil der Wärmestrahlung wieder zurück zur Erdoberfläche reflektiert – die Erde wird immer wärmer. Wenn in der Atmosphäre immer mehr Treibhausgasmoleküle sind, gelangt immer weniger Wärmestrahlung ins Weltall. Seit mitte des 20. Jhds. befördern wir, unter anderem durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern, viel CO2 in unsere Atmosphäre. Das Pariser Klimaabkommen beschließt, dass diese menschengemachte Erderwärmung seit 1950 bis 2100 unter 2 °C bleiben soll.

2. Ein Paradies ohne uns.

Ein paar Grad Celsius mehr klingen nicht nach besonders viel. Ökosysteme haben auch kein Problem damit, wenn es ein bisschen wärmer wird. Mein Professor meinte einmal zu mir: „Die Erde mit ihren Ökosystemen wird immer existieren, egal wie warm es wird, nur eben ohne uns.“ Ökosysteme können sich an gegebene Umwelteinflüsse anpassen und sich neu organisieren. Sie sind an sich nicht schützenswert. Ihre Dienstleistungen, die sie für uns bereitstellen allerdings schon. Der Badesee im Sommer ist klar und frisch, bis zu viele Menschen in ihm gebadet haben und er kippt. Die „Ökosystemdienstleistung“ (Erfrischung durch Baden in sauberem Wasser) besteht so nicht mehr. Eine Zeit lang kann sich das System auf Einflüsse anpassen – bis es umkippt, wie man im Volksmund sagt. Diese Kippeffekte mahnten Wissenschaftler vor kurzem an. Das Abschmelzen der Arktis wird Methanlagerstätten freilegen. Der zunehmende Niederschlag in der Sahara wird Pflanzen wachsen lassen. Kippeffekte erschweren es genau vorherzusagen, wie das Klima wird. Nicht alle, aber die meisten Kippeffekte verstärken das Problem der Erderwärmung.

3. Einbahnstraße – fossile Energien.

Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt den gegenseitigen Austausch von Kohlenstoff zwischen der Luft, dem Wasser und dem Boden. Nun machen wir uns seit 100 Jahren daran, möglichst schnell die Kohle und das Erdöl unserer Erde zu verbrennen. Diese Ressourcen haben sich allerdings schon vor vielen hundert Millionen Jahren in der Erde angelagert. Sie werden, wenn überhaupt, viel Zeit brauchen, bis sie wieder unter die Erde kommen. Der Austausch ist demzufolge sehr einseitig. Der Kohlenstoffkreisel ist hier eher eine Einbahnstraße. Die Ökosystemdienstleistung “Treibhauseffekt” hat uns Jahrtausende lang durch warme Temperaturen genutzt und wird durch diesen massiven Eingriff nun zur Falle für uns.

Runtergebrochen kann man also sagen: menschenerzeugte Treibhausgase sind ein Problem und die Lösungen liegen auf der Hand. Kohlenstoffdioxid und Methan werden besonders beim Fliegen, bei der Fleischproduktion und bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern erzeugt. Für all das haben wir Alternativen oder wissen, wie wir es vermeiden können. Oft wird hier das Argument ins Feld geführt, dass dies alles zu teuer sei. Die Lösungen sind nicht diskutabel und können auch nicht durch die Höhe der Kosten relativiert werden. Geld ist etwas, was wir selbst erfunden haben und es sollte uns nicht daran hindern unsere Umwelt und damit auch unser Leben zu schützen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.