Viele kleine Dinge – Mein nachhaltiger Tagesablauf

„Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Den Spruch auf dem Foto habe ich letzten Sommer an der Eastside Gallery in Berlin entdeckt. Für mich steht fest: Wir können zusammen etwas verändern. Und momentan werden Themen wie der Klimawandel immer präsenter. Die Bewegung #fridaysforfuture, bei der tausende SchülerInnen für eine aktivere Klimapolitik streiken, ist das beste Beispiel. Es ist Zeit anzufangen – und zwar genau heute mit etwas mehr Nachhaltigkeit im Alltag!

Einen wunderschönen Guten Montagmorgen wünsche ich dir. Es ist 7:30 Uhr und heute versuche ich zu beweisen, dass es gar nicht so schwer ist im Alltag ein bisschen nachhaltiger zu leben – man muss nur anfangen!

Zunächst geht’s ins Bad:

Dort mache ich mich fertig für den bevorstehenden Tag – schnell geht’s unter die Dusche, Haare waschen, Zähne putzen und Schminken. Manchmal vergesse ich, dass Wasser nicht für alle Menschen unbegrenzt zu Verfügung steht – allein deshalb macht es für mich Sinn, auf meinen Wasserverbrauch ein Auge zu werfen.

  • Wasserhahn ausmachen. Vor allem im Winter liebe ich es unter der Dusche zu stehen. Trotzdem habe ich es mir angewöhnt, beim Zähne putzen und unter der Dusche zwischendurch das Wasser einfach mal kurz ausmachen. Und auch wenn man denkt, dass sich das gar nicht lohnt, kann man dadurch eine Menge Wasser sparen.
  • Shampoo am Stück. Erst letztens wollte ich mich in einem Unverpackt Laden von neuen Trends inspirieren lassen und habe mir eine Seife und Shampoo am Stück gekauft. Dort gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Düften und Formen. Zwar ist das Shampoo etwas teurer wie das in der Plastikverpackung, aber hält auch deutlich länger.
  • Kosmetik ohne Mikroplastik. Oftmals wird Mikroplastik in Duschgels und anderen Kosmetikprodukten eingesetzt, was durch das Wasser sofort im Meer landet. Mit der App Codecheck kann man Artikel einfach scannen und schädliche Stoffe wie z.B. Mikroplastik werden angezeigt. Zusätzlich schlägt dir die App dann noch bessere Kaufalternativen vor – einfach super!
  • Tropfender Wasserhahn. Auch dieser ewig tropfende Wasserhahn im Bad kostet mich Nerven und verschwendet auf Dauer nicht wenig Wasser. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Ein neuer Dichtungsring ist nicht teuer und kann wunderbar Abhilfe leisten.

Ab in die Küche:

Auch ein Blick in die Küche und den Vorratsschrank lohnt sich, denn besonders hier gibt es viel Nachhaltigkeitspotential. Ich bin fest davon überzeugt, dass über die Hälfte unseres Mülls in der Küche entsteht: Durch Verpackungsmüll. Falls dich das Plastik auch so sehr aufregt wie mich, schau dir den Artikel „Ich, das Plastikmonster“ von Antonia an. Anfangen will ich mit ein paar persönlichen Tipps.

  • Kaffee. Das ist – für mich als Kaffeeliebhaberin – der wichtigste Tagespunkt am Morgen. Statt meiner Kapselmaschine benutze ich eine French Press oder mache mir ab und zu einen Filterkaffee. Das Kaffeearoma entfaltet sich viel besser und der Kaffee schmeckt einfach gut.
  • Kaffeepulver. Bei Tchibo lasse ich mir den Kaffee frisch gemahlen in meine eigene Kaffeedose abfüllen – so ist der Kaffee doch am leckersten.
  • Kaffeesatz. Den Kaffeesatz verwende ich meistens entweder mal als Dünger für meine Pflanzen oder mache daraus ein Bodypeeling. Dafür musst du einfach nur 3 EL Kaffeesatz und 1 ½ EL Öl (am besten Olivenöl oder ätherisches Öl) vermengen und auf die Haut auftragen.
  • Lunchbox. Nun ist es 8:30 Uhr und ich muss mich ein bisschen beeilen. Schnell packe ich mein Mittagessen in meine Lunchbox. Gestern Abend habe ich mir einen leckeren Couscous Salat gemacht, der heute Mittag verspeist wird. Bei meiner Brotdose ist sogar Bambusbesteck dabei – und die Brotdose sieht ziemlich stylisch aus.
  • Bienenwachstücher. Im neuen Jahr habe ich mir vorgenommen, jeden Monat eine Sache gegen eine nachhaltige Alternative auszutauschen. Im Januar habe ich die Alufolie aus meiner Küche verbannt und stattdessen selbst Bienenwachstücher gemacht. Die eignen sich super, um Essen einzupacken und frisch zu halten. Weil man eigene Stoffe verwenden kann, ist die Alu-Alternative zusätzlich ein echter Hingucker. Falls du das auch mal ausprobieren willst, kannst du dir eins der zahlreichen Tutorials bei Youtube anschauen, z.B.: https://www.youtube.com/watch?v=_Tu-Bt0cpaI.
  • Strom & Licht ausmachen. Bevor ich aus der Wohnung gehe, mache ich immer alle Lichter und den Strom aus. Dafür benutze ich Mehrfachsteckdosen, die man einfach an- & ausschalten kann. Ich wohne zwar in einer WG und kann natürlich nicht das Verhalten meiner Mitbewohner ändern, aber mittlerweile denken sogar sie dran, ihre Lichter auszumachen.

Auf geht’s in die Uni:

Wenn es um Mobilität im Alltag geht, bin ich der Meinung: Die besten Emissionen sind die, die gar nicht erst entstehen! Ich weiß, dass es nicht für jeden Menschen möglich ist auf das Auto zu verzichten und auch Elektroautos sind noch nicht zum neuen Standard unserer Gesellschaft geworden – trotzdem kann man mit nachhaltiger Mobilität etwas verändern.

  • Ab aufs Fahrrad. Für die kurze Strecke in die Uni fahre ich entweder Fahrrad oder gehe bei schönem Wetter zu Fuß – das tut der Natur und deiner Seele gut, durch die frische Luft wird man wach und ist morgens schon sportlich aktiv.
  • Öffis. Vor allem in großen Städten macht es Sinn auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen – meist ist das sowieso schneller (und für Leute wie mich, die kein Talent im Einparken haben eh ein Vorteil).
  • Carsharing. Doch auch Carsharing könnte in Großstädten eine Alternative sein. Erst letztens war ich in Berlin mit einem Elektroauto von DriveNow unterwegs – super praktisch, wenn man schnell von A nach B kommen will und kein eigenes Auto hat.

Während der Uni/ im Büro

Da wir alle ja einen Großteil unserer Zeit in der Uni oder im Büro verbringen, habe ich auch dort ein paar nachhaltige Vorsätze getroffen. Ich beziehe mich vor allem auf meinen Unialltag, genauso gut kannst du aber auch im Büro nachhaltiger werden.

  • Kaffeebecher. Da ich auch während den Vorlesungen oft Kaffee trinke, habe ich immer einen meiner wiederverwendbaren Kaffeebecher dabei. Super schön finde ich Becher aus Bambus, aber auch Unternehmen wie Recup haben ein cooles Konzept entwickelt: In teilnehmenden Cafés deutschlandweit erhältst du für einen Euro einen Pfandbecher und kannst ihn immer wieder zurückgeben.
  • Büromaterialien. Wie wäre es in der Uni und im Büro vorzuschlagen nachhaltiges Klebeband einzuführen? Oder Recycling Papier zu verwenden und doppelseitig drucken? Ich weiß wie es ist – im Unternehmen (wenn man die Kosten für das Drucken nicht selber tragen muss) ist es verführerisch alles erstmal auszudrucken und danach wegzuwerfen.
  • Erzähl es weiter. Auch im Büro können viele kleine Dinge können die Welt verändern – also überzeugt am besten direkt gleich deinen Kollegen und Kommilitonen davon.

Jetzt noch Einkaufen:

Der anstrengende Teil des Tages ist geschafft. Ab geht’s in den Supermarkt, denn ich will mir heute Abend etwas leckeres kochen. Um es vorweg zu nehmen – ich bin nicht vegetarisch und auch nicht vegan – wie es viele Leute sind, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Doch auch, wenn ich wahrscheinlich in diesem Punkt nicht dem Klischee entspreche, achte ich beim Einkaufen doch auf ein paar Dinge.

  • Stoffbeutel. Anstatt Obst und Gemüse in Plastiktüten zu verpacken, nehme ich immer einen Jutebeutel. Auch ein Mehrwegnetz hab ich für den Fall der Fälle immer in meinem Rucksack.
  • Regional und Saisonal. Ich versuche immer regionale Lebensmittel zu kaufen. Zum einen, um Landwirte unserer Region zu unterstützen. Zum anderen, weil ich es komplett unsinnig finde, Äpfel aus Neuseeland hierhin zu verschiffen, wenn wir so viel lokalen Anbau haben.
  • Fleisch. Bei Diskussionen zum Klimawandel ist Fleisch essen ja immer eine kritische Sache. Ich bin der Meinung, dass es nicht schlimm ist ab und zu frisches Fleisch vom Metzger zu essen. Was denkst du darüber?
  • Unverpackt. Ich liebe es einfach in Unverpackt Läden herumzustöbern. Auch die Sirplus-Läden kann ich dir nur empfehlen. Überschüssige Lebensmittel (z.B. durch Überproduktionen) werden von großen Herstellern direkt an ihre Läden geliefert, verkauft und somit vor dem Müll bewahrt. Informationen bekommst du auf https://sirplus.de/

Mittlerweile ist es 19:30 Uhr und Zeit nach Hause zu fahren, wo ich meinen Tag entspannt ausklingen lasse. Und für dich gilt jetzt: Bloß keine Angst vor Nachhaltigkeit! Für mich bedeutet Nachhaltigkeit kein Verzicht – und das sollte es für dich auch nicht. Vor einem Jahr hätte ich mir nie vorstellen können, über dieses Thema je einen Blogpost zu verfassen. Ich habe das Gefühl je mehr ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetze – desto mehr habe ich das Bedürfnis selbst etwas zu ändern. Du solltest nichts verändern, was sich für dich nicht gut anfühlt oder alle Tipps auf einmal umsetzen. Das Anfangen zählt. 😊

Wie sieht dein typischer Tagesablauf aus? Was tust du, um ein bisschen umweltfreundlicher im Alltag zu sein? Teil gerne deine Tipps mit mir – damit wir alle, an vielen kleinen Orten, mit vielen kleinen Dingen, unsere Welt verändern.

3 comments / Add your comment below

  1. Oh je, wenn diese Stufe der Nachhaltigkeit „Licht ausmachen“, „Wasser ausmachen“, „Fleisch ist schon mal ok“ schon einen Artikel wert ist, ist der Weg noch weit. Aber immerhin.
    Kein Wort darüber, dass so viel geflogen wird wie noch nie. Wie sieht es denn da mit der Autorin aus?

    1. Hallo,

      der Artikel heißt ja auch „Mein nachhaltiger Tagesablauf“ und nicht „nachhaltig Reisen“. Ich finde es okay, dass sich die Autorin hier komplett ihrem Alltag widmet. Dass ein Umdenken auch beim Reisen notwendig ist, ist keine Frage. Wird aber hier nicht thematisiert, schließlich fliegt sie ja nicht täglich. 😉

      Viele Grüße

  2. Hi Andreas. Ja, da hast du Recht, das sind die absoluten Basics von einem nachhaltigen Leben. Aber man darf nicht vergessen, dass es super viele Leute gibt, die selbst solche simplen Sachen nicht beachten – und irgendwo muss man ja anfangen! Und meistens ist der Anfang nunmal der schwerste.
    Klar dieser Trend mit den Billigfliegen besteht, ist aber einfach nicht Teil meines Alltags – denn wenn ich fliege dann nur in den Urlaub. Ich selber versuche vor allem „unnötige“ Flüge zu vermeiden, wie z.B. in Deutschland & Europa zu vermeiden. Das viele Rumgefliege in der Welt ist vor allem in meiner Generation „normal“ geworden und definitiv sollten wir auch beim Reisen auf die Nachhaltigkeit achten – ein guter Vorschlag für weitere Artikel. 🙂 LG, Eva

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