Strom selbst erzeugen – nachhaltig & simpel

Stecker in die Steckdose, Schalter umgelegt, das Licht brennt und das Handy lädt. Das ist so einfach, dass wir gar nicht weiter darüber nachdenken, woher unser Strom kommt oder wie nachhaltig er ist.

Elektrik und Energie – das ist den meisten viel zu kompliziert und ziemlich fremd. Da verlässt man sich lieber auf die bestehenden Stromanbieter. Dabei ist es gar nicht so schwer, grünen Strom zu beziehen oder sogar selbst welchen zu produzieren! Einer der Vorteile ist die Unabhängigkeit von großen Stromriesen. Wir haben ein paar Möglichkeiten zusammengetragen, um die Versorgung von grünem Strom selber auf die Beine zu stellen.

1. Erneuerbare Energien unterstützen und verdienen (Energiegenossenschaften)

Wusstet ihr, dass in den letzten 5 Jahren über 600 neue Energiegenossenschaften gegründet worden sind? Tendenz steigend! Aber was steckt überhaupt dahinter?

Energiegenossenschaften sind ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich für den Ausbau erneuerbarer Energien einsetzen. Schon mit einem Beitrag von 100€ kannst du in einige Genossenschaften eintreten. Dieses Geld wird verwendet, um neue Solar- oder Windkraftanlagen zu bauen.

Mit deinem Beitrag (egal wie hoch) hast du eine Stimme, um Entscheidungen der Genossenschaft zu beeinflussen. Bei finanziellem Erfolg wirst du außerdem beteiligt. Win-win oder? Die Energie ist ökologisch und direkt aus deiner Umgebung. Außerdem kannst du dein Wissen weitergeben und andere ebenfalls beeinflussen. Wenn du eine eigene Anlage hast, kannst du deinen überschüssigen Strom für andere bereitstellen.

2. Mini Solaranlage auf dem Balkon

Die meisten Menschen in Großstädten wohnen in Mietwohnungen und können sich nicht einfach eine Solaranlage auf’s Hausdach montieren (abgesehen vom Mieterstrommodell). Mit Mini-Solaranlagen lässt sich jedoch unabhängig vom Vermieter Strom auf dem Balkon erzeugen.

1. Kaufen: Erstmal klingt es teuer. Ca. 400 Euro kostet eine Solaranlage in Mini-Ausführung. Rechnet man diese Kosten den Stromkosten entgegen, die man spart, lohnt sich eine Anschaffung. Laut dem Spiegel ist eine Kilowattstunde Strom aus eigener Erzeugung ungefähr 20 Cent günstiger als vom Stromanbieter.

2. Installieren: Per Anleitung ist das Montieren nicht schwieriger als einen IKEA-Schrank aufzubauen.

3. Nutzen: Der Strom wird direkt in die Steckdose eingespeist und schon kannst du deinen eigen produzierten grünen Strom nutzen! So einfach kann dein Beitrag zur Energiewende sein.

4. Risiken: Diese sind vorhanden, werden aber von den Medien oft überspitzt dargestellt.

Was du ansonsten beachten musst, findest du hier!

3. Solar Powerbank

Du hast mit diesem ganzen Solarstrom noch nichts am Hut, aber willst dich damit beschäftigen? Probier doch einfach mal eine Solar Powerbank aus, mit der du dein Handy umweltschonend aufladen kannst – ganz durch die Kraft der Sonne. Für dein nächstes Festival oder deine lange Reise musst du keine Angst haben, ohne Strom zu sein.

Die Powerbank funktioniert mit Solarmodulen, die das Licht der Sonne in Energie umwandeln – ganz automatisch. Durch einen Speicher tut ein wenig Schatten dem ganzen nichts zur Sache und kann trotzdem Energie abgeben. Klingt nützlich, oder?

4. Strom als Mieter selbst erzeugen (Mieterstrom-Modell)

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, auch als Mieter deinen eigenen Strom zu produzieren? Wir haben bisher gedacht, dass das als Mieter gar nicht möglich ist oder wenn nur sehr schwer. Aber das Mieterstrom-Modell zeigt: es geht doch!

So funktioniert es: Der Vermieter oder Dienstleister installieren und betreiben die Anlage auf eurem Dach. Ihr bekommt euren eigenen Strom zu vergünstigten Preisen. Strom, der nicht von euch verbraucht wird, wird ins allgemeine Netz eingespeist.

Die größten Vorteile für den Mieter:

  • Die PV Anlage ist nicht mit dem Mietvertrag gekoppelt.
  • Günstiger Strom: Die Preisobergrenze des Mieterstroms ist mindestens 10 % günstiger als der Grundversorgertarif. Außerdem ist kein Netznutzungsentgelt nötig  und die Stromsteuer entfällt. 
  • Insgesamt kommt es zu einer Reduktion der Nebenkosten für Mieter.

Die größten Vorteile für den Vermieter:

  • Vergütung des Mieterstroms, anders als bei selbst erzeugtem und verbrauchten Strom aus normalen PV-Anlagen
  • Finanzieller Gewinn: In der Regel verpachtet der Gebäudeeigentümer sein Dach an das Stadtwerk, das dort eine Photovoltaikanlage errichtet und betreibt. Im Gegenzug kann der Vermieter mit einer monatlichen oder jährlichen Pachtzahlung kalkulieren. Hausbesitzer, die die Anlagen in Eigenregie erstellen und betreiben, können einen höheren Gewinn erzielen. Allerdings muss mit einem hohen Aufwand durch Abrechnungen und Anmeldungen sowie den Instandhaltungskosten gerechnet werden.
  •  Mehrwert & Wertsteigerung für die Immobilie: Potentielle Mieter schauen bei den Nebenkosten genau hin. Durch geringere Stromkosten lässt sich die Immobilie leichter am Markt positionieren.

Momentan entwickeln sich Mieterstromprojekte nur schleppend. Seit Mitte 2017 wurden weniger als 300 Projekte gestartet. Das ist ein Grund mehr, um sich für gemeinsamen Strom einzusetzen, denn Mieterstrom kann eine tragende Säule der Energiewende sein. Sprich doch einfach mal deinen Vermieter auf diese Option an!

5. Ökostrom

Wie viele Bäume mussten schon für den Kohleabbau und die Stromerzeugung weichen? Wenn wir darüber nachdenken, wird uns klar, dass spätestens jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um zum Ökostrom zu wechseln. Ökostrom – aber richtig! Wenn auch du der Stromproduktion durch Kohle, Atomenergie, Gas & Co. den Rücken kehren willst, nützt es aber nichts, einen Anbieter zu wählen, der zwar Ökostrom anbietet, aber gleichzeitig seine fossilen Brennstoffe weiter fördert.

Tochter-Firmen der Großkonzerne RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall bieten alle grünen Strom an. Wenn du diesen beziehst, unterstützt du durch dein Geld die klimaschädliche Stromproduktion aus fossilen Brennstoffen und Atomenergie. Deshalb empfehlen wir, sich genau über das gesamte Portfolio deines Anbieters zu informieren. Die Infos bekommst du ganz schnell auf der jeweiligen Homepage.

Und welchen Anbieter kann man stattdessen wählen? Am besten einen, der transparent aufzeigt, aus welchen Kraftwerken sein Strom kommt und faire Verträge anbieter! Ohne Werbung zu machen, können wir an dieser Stelle die Bürgerwerke, Lichtblick oder Polarstern Energie nennen!

Mit deinem Wechsel zu echtem Ökostrom (Check die Labels!) kannst du deinen CO2- Fußabdruck  verringern: in einem Zwei-Personen-Haushalt sind das pro Jahr durchschnittlich über eine Tonne CO2.

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