Wasser als knappe Ressource

Die Erde wird so oft als „blauer Planet“ bezeichnet. Ziemlich verdient, denn etwa zwei Drittel unserer Erde sind von Wasser bedeckt. Wieso ist es unter Umständen trotzdem Mangelware?
Tatsächlich haben wir nicht so viel Süßwasser. Vom gesamten Wasservorrat der Erde sind nur ca. 3% Süßwasser. An einen Großteil davon kommen wir aber gar nicht heran, denn er ist in Gletschern, Eisbergen und Schnee gebunden.

Als Privatpersonen verbrauchen wir aber relativ wenig davon. Mit 96% wird Süßwasser überwiegend für die Agrarwirtschaft, Viehzucht und Industrie verwendet.
Reines Trinkwasser hat – zumindest zahlenmäßig – keinen hohen Stellenwert. Das meiste Wasser im Privatverbrauch geht nämlich für Duschen, Klospülung und Wäschewaschen drauf!
Wassermangel auf der Erde gibt es vor allem in Nord- und Zentralafrika, Mexiko, China und Südeuropa. Auch steigt der Wasserbedarf mit wachsender Weltbevölkerung und unserem zunehmenden Konsum.
Was können wir also tun? Dieser und anderen Fragen wollen wir uns widmen.

Privatisierung von Wasser

Unser Wasservorrat sinkt und nicht selten wird damit noch verschwenderisch umgegangen. Häufig ist dann eine Privatisierung von Wasser im Gespräch. Ein Markt für Wasser soll die Ressource sichern. Wasser bekommt einen finanziellen Wert, und wir gehen achtsamer damit um. So die Theorie.
Aber was ist, wenn man sich dann kein Wasser mehr leisten kann? Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Darf dies durch private Unternehmen wirtschaftlich beschränkt werden?
Vor ein bis zwei Jahren war deswegen auch Nestlé stark in der Kritik. In einem kleinen Dorf in Frankreich entnahm Nestlé täglich 750 Millionen Liter Wasser. Dadurch sank der Grundwasserspiegel immer weiter, sodass die Bürger am Ende über eine Pipeline mit Wasser versorgt werden sollten.
Einige Länder setzen sogar komplett auf eine Privatisierung, wie Frankreich oder England.

Wasser als Energieerzeuger

Wie wird aus Wasser Energie? Was früher das Mühlrad getan hat, erledigen heute Wasserkraftwerke.
Und wie funktioniert das? Vereinfacht gesagt, treibt die Strömungsenergie des schnell fließenden Wassers eine Turbine an. Das ermöglicht die Umwandlung in mechanische Energie, die zum Antrieb von Generatoren und Maschinen genutzt wird.
Wasserkraft ist einer der weltweit bedeutendsten erneuerbaren Energieträger für Strom. In der EU sind Norwegen und Island Vorreiter. Global ist Wasserkraft vor allem für Länder des globalen Südens eine gute Möglichkeit günstig und umweltfreundlich Strom zu erzeugen.
Was wird kritisiert? Projekte, insbesondere südamerikanische, sind oft kostenaufwändig und somit unwirtschaftlich. Oft wird der Bau solcher Kraftwerke auch als drastischer Eingriff in das Ökosystem gesehen, wodurch z.B. Fische leiden. Auch können sie Überflutungen auslösen. In tiefer liegenden Regionen ist Wassermangel häufig eine Folge.
Mit moderner Technik ausgestattet bringt die Wasserkraft sicherlich Potential.

Wirkung des Klimawandels auf Wasser

Unsere Gletscher schmelzen. Dass dadurch der Meeresspiegel steigt, wissen wohl alle. Aber was passiert noch?

  1. WASSERKNAPPHEIT!?
    Drei Viertel des Süßwassers steckt in Gletschern. Schmelzen sie, kommt es erstmal zu Überschwemmungen. Langfristig liefern die Gletscher aber keinen Wassernachschub mehr. Die Folgen sind Trinkwasserquellen, die versiegen und Flüsse, die austrocknen.
  2. TEUFELSKREIS
    Die weißen Gletscher reflektieren Licht und Wärme. Ohne sie wird viel mehr der Sonnenstrahlung von der Erde aufgenommen. Es wird wärmer.
  3. KETTENREAKTIONEN Forscher vermuten, dass das Abschmelzen des Grönlandeises den Golfstrom abschwächt. Der verändert das Klima in Europa. Wie tiefgreifend die Folgen sind, lässt sich noch nicht sagen.
  4. WAS NOCH?
    Ist der Wassernachschub nicht gesichert, sieht es für manche Wasserkraftwerke nicht gut aus. Auch wird die perspektivische Dürre Folgen in der Landwirtschaft nach sich ziehen.
    Einige Orte greifen zu drastischen Kurzzeit-Maßnahmen: Im Sommer legen sie ein Vlies über die Eisschicht, quasi ein Sonnenhut für Gletscher. Langfristig müssen wir aber andere Lösungen finden, vor allem, um den CO2-Ausstoß zu senken.

Staatliche Wasserverteilung

Bei uns verbraucht jeder so viel Wasser, wie er will. Es gibt keine staatlichen Vorgaben. In Afrika stehen Menschen hingegen oft nicht mehr als 20 Liter täglich zur Verfügung. Zudem ist in vielen Ländern des globalen Südens der Zugang zu sauberem Trinkwasser nur über öffentliche Brunnen möglich.

Kann eine staatliche Verteilung von Wasser der Bevölkerung helfen, besser mit der Knappheit umzugehen? Oder ist es ein Eingriff in die Privatsphäre?

Staatliche Wasserverteilung führt in vielen Fällen zu Wasserkartellen, die zusammen öffentliche Behörden bestechen. Dadurch steigt unter Umständen die Korruption in den Ländern.
Andererseits können internationale Organisationen, wie die GIZ
oder Viva con Agua helfen, eine gerechte Wasserverteilung herzustellen und aufrecht zu erhalten. Langfristig kann es Menschen helfen, das notwendige Wasser im Alltag besser einzuplanen.
Auch positive gesellschaftliche Folgen sind möglich: In einigen Regionen kommen die teils stark ausgeprägten Schichten zusammen und der gesellschaftliche Zusammenhalt wird gefördert.

Wasser in der Landwirtschaft

In vielen EU-Ländern liegt der Wasserverbrauch der Landwirtschaft (gemessen am Gesamtverbrauch) bei weniger als 25%, in China oder Mexiko bei über 90%. Von dort importieren wir viele Produkte. Der Wasserverbrauch ist besonders hoch bei Baumwolle, Reis, Zuckerrohr oder Weizen. Auch ist die Wasserqualität zunehmend schlechter. Probleme entstehen durch Pestizide und Dünger.

Abwasser (aufbereitet) kann gut für die Landwirtschaft verwendet werden und schont Frischwasser.
In Deutschland kommen wir zu 95% mit Regenwasser aus. In trockenen Gebieten muss da nachgeholfen werden. Zusätzliches Wasser geht zu 80% für die Bewässerung drauf, viel auch für das Waschen der Lebensmittel etc. Das kann aber durch Effizienzmaßnahmen zu 95% gesenkt werden.

Dürre und Starkregen werden häufiger. Gerade nach langer Dürre kann der Boden kaum Wasser aufnehmen. Deshalb ist es wichtig, Mischkulturen anzubauen. Durch unterschiedlich lange Wurzeln lockern sie den Boden auf und machen ihn aufnahmefähiger.

NGOs in der Wasserbranche

Wir haben für dich ein paar engagierte NGOs im Bereich Wasser rausgesucht, die du unbedingt kennen solltest:

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